Der Tennessee Walker und sein Gang
Der Tennessee Walker vereinigt in sich ein ausgesprochen freundliches und unkompliziertes Wesen mit bequemen Gängen, robuster Gesundheit und Langlebigkeit. Da sie nur auf Gang und Charakter selektiert wurden, gibt es Walker in fast allen Farben und in Größen von 1,40 m bis 1,70 m Stockmass.
Genauso breit gefächert sind die Einsatzmöglichkeiten des Tennessee Walkers: er eignet sich zum Freizeit- und Westernreiten ebenso wie für einen Trail- und Distanzritt, als auch für den Dressur-, Spring- und Fahrsport. Der Walker bietet dadurch für jeden etwas und ist, solide ausgebildet, zudem hervorragend geeignet für Anfänger, ängstliche sowie ältere und behinderte Menschen.
Hauptselektionsmerkmal beim Tennessee Walker ist der Gang, der sich wie folgt definieren lässt:
Wie der Name schon vermuten lässt, nennt man die spezielle Gangart des Tennessee Walking Horse „Walk“. Hierbei unterscheidet man zwei Geschwindigkeiten, einmal den langsameren „Flat Walk“ und den schnelleren „Running Walk“. Bei beiden Gängen ist die Fußfolge identisch.
Flatwalk
Als Flatwalk bezeichnet man einen fl otten, sehr raumgreifenden Schritt im gleichmäßigen Viertakt. Im Gangdiagramm betrachtet ist der Walk identisch mit dem Schritt. Dreibeinstütze und abwechselnd laterale und diagonale Zweibeinstütze wechseln sich ab. Diese Gangart
hat keine Flugphase und der Reiter wird nicht unangenehm geworfen. Vielmehr hat er das Gefühl wie auf sanften Wellen dahinzugleiten. Wenn der Walk korrekt ausgeführt wird, kann man einen gleichmäßigen 1-2-3-4 Takt hören.

Die Hinterbeine sollen weit untersetzen und recht weit vor den Abdrücken der Vorderhufe auffußen. Das bezeichnet man als „Overreach“
bzw. „Overstride“. Die Hinterbeine sollen dabei nicht laufen sondern flach schreiten und dem Reiter das Gefühl geben geschoben zu werden. Die Hinterhand tritt weit unter den Schwerpunkt - nimmt vermehrt Last auf und die Vorderhand wird freier und kann so automatisch etwas mehr Aktion bekommen. Man könnte sagen, dass das Pferd mit der Hinterhand Schritt geht und mit der Vorhand trabt.
Ein untrügliches Zeichen für einen korrekten Walk ist das rhythmische Kopfnicken (immer wenn sich ein Vorderbein hebt), das aus der Schulter kommt und den ganzen Kopf und Hals umfasst.
Beim Flatwalk bewegen sich die Geschwindigkeiten zwischen 8 – 11 km in der Stunde. Diese Gangart, auch Flatfootwalk genannt, ist hervorragend für das Reiten im Gelände, weil sie für den Reiter sehr bequem und für das Pferd sehr leicht und effi zient ist.

Running Walk
Der Übergang zum Running Walk ist fl ießend - die Pferde werden schneller. Unter Running Walk versteht man einen erkennbar beschleunigten Flatwalk, sozusagen einen Rennschritt, der bis auf Trabgeschwindigkeit gesteigert werden kann. Die Fußfolge ist identisch mit der beim Flatwalk. Hierbei darf jedoch die Geschwindigkeit nicht zu Lasten der Form und des Taktes gehen.

Beim Running Walk bewegen sich zwischen 12 – 16 km in der Stunde. Das Charakteristische dieser beiden Gänge liegt im geforderten ausgeprägten, rhythmischen Kopfnicken der Tiere. Dadurch kann man klar und leicht zwischen Tölt (Rack) und Walk unterscheiden.

Canter
Der Canter ist ein sehr ruhiger, langsamer Galopp. Die Amerikaner nennen diesen Galopp auch „Rocking Chair Canter“ (Schaukelstuhlgalopp), weil er durch seine rhythmischen und eleganten Sprünge an das Schaukeln eines ebensolchen Stuhls erinnert. Optisch erkennt man den Canter an seiner besonders erhabenen Sprungtechnik. Das Pferd nimmt sein Gewicht mit der Hinterhand auf - die Phase, in der die Vorhand in der Luft ist, wird verlängert.




